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30. Juni - 03. Juli 2021, Schwarzenborn

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Die Warentester der Forstwirtschaft

Das KWF bei "Unternehmen im Gespräch" im Darmstädter Echo von Rudolf Knappe
 

Als Brennstoff hat Holz längst ausgedient, lautete noch vorwenigen Jahren die landläufige Meinung, kommt allenfalls gelegentlich bei Kaminbesitzern zum Einsatz und bei Lagerfeuern von Jugendgruppen. Doch in Zeiten ständig steigender Öl- und Gaspreise ist die Energiequelle Holz wieder zunehmend gefragt. Das freut angesichts einer steigenden Holznachfrage die Waldbesitzer. Das sorgt auch bei den Herstellern von Maschinen und Ausrüstung für die Forstwirtschaft für gute Geschäfte, wenngleich aufgrund der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise beim Absatz von Großmaschinen wie sogenannten Harvestern und Forwardern in den beiden zurückliegenden Jahren deutliche Einbußen festzustellen waren. Beim Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) in Groß-Umstadt wiederum sieht man diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Denn zu den Aufgaben dieser Einrichtung gehören auch „Unfallverhütung, Arbeitssicherheit und Gesunderhaltung der im Wald tätigen Menschen“, wie es im Jahresbericht 2009 heißt.

Holz als Brennstoff ist wieder gefragt

Und hier macht sich die Renaissance des Brennstoffs Holz negativ bemerkbar, wie Ute Seeling (46), die Geschäftsführende Direktorin des KWF, erklärt. Zwar nicht bei den Menschen, die wie Forstarbeiter beruflich ständig im Wald zu tun haben, sondern bei der wachsenden Anzahl von Privatpersonen, die sich ihr Brennholz selbst beschaffen, sei es mit Genehmigung in öffentlichen Wäldern, sei es im eigenen Wald, dessen Nutzen so mancher plötzlich wiederentdeckt. Auf diesen Personenkreis entfällt inzwischen der größte Anteil der Unfälle, die im Wald passieren, so Seeling. Ursache sei meist eine mangelhafte Ausrüstung und eine unzureichende Ausbildung im Umgang beispielsweise mit einer Motorsäge, auch wenn jeder, der einen sogenannten Leseschein bei einem Forstamt beantragt, den Besuch eines entsprechenden Kurses nachweisen muss. Bei diesen Kursen herrsche aber heute viel Wildwuchs, vor allem in Bezug auf die Ausbildungsinhalte, erklärt Ute Seeling, promovierte Forstwissenschaftlerin und als Enkelin eines Forstamtsleiters von klein auf mit dem Thema Wald vertraut. Beim KWF ist man deshalb derzeit dabei, im Rahmen eines von der EU unterstützten Projekts Standards für Motorsägenkurse zu erarbeiten, die dann für alle Anbieter verbindlich sein und eine gleich bleibende Qualität der Kurse sicherstellen sollen. Von dem, wie Ute Seeling es nennt, „Wissenstransfer in die Praxis“ sollen in diesem Fall in erster Linie Privatpersonen die Nutznießer sein. Die maßgebliche Zielgruppe des Kuratoriums sind jedoch die Beschäftigten der Forstwirtschaft, nach einer Statistik des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz rund 1,2 Millionen Menschen. Für diesen Personenkreis ist das KWF erster Ansprechpartner, wenn es um Fragen der Arbeitssicherheit, neue Arbeitsverfahren und neue Arbeitsmittel geht. In Kooperation mit den 18 forstlichen Bildungszentren in Deutschland, den Trägern der überbetrieblichen Ausbildung und der Fortbildung der Branche, bietet ihnen das KWF regelmäßig entsprechende Tagungen und Kurse an.

Veranstalter der weltweit zweitgrößten Forstmesse

Alle vier Jahre veranstaltet das KWF darüber hinaus die wichtigste Veranstaltung der deutschen Forstwirtschaft, die KWFTagung, die weltweit zweitgrößte Forstmesse. Bei diesem mehrtägigen Kongress können sich die Besucher bei Fachvorträgen, Arbeitskreisen und Experten- Diskussionen über aktuelle Themen informieren und sich neue Maschinen und Techniken im Praxisbetrieb vorführen lassen. Rund 43 000 Besucher wurden bei der KWF-Tagung 2008 im sauerländischen Schmallenberg gezählt. Vier Jahre vorher war übrigens Groß-Umstadt Veranstaltungsort. Dort hat das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik seit 1978 seinen Sitz, nachdem der ursprüngliche Standort in einem Frankfurter Villenviertel aus Platzgründen und aus Rücksicht auf die Nachbarn aufgegeben werden musste. Gegründet wurde das KWF mit der Rechtsform eines eingetragenen Vereins, dem rund 2000 Mitglieder angehören, 1962 als Zusammenschluss der Technischen Zentralstelle der deutschen Forstwirtschaft und der Gesellschaft für forstliche Arbeitswissenschaft, zweier Organisationen, deren Wurzeln bis in die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurückreichen. Nach der Wiedervereinigung wurde das DDR-Pendant, die Zentralstelle für forsttechnische Prüfungen in Potsdam, in das KWF integriert und als Außenstelle weitergeführt. Nachdem ein Großteil der dort Beschäftigten das Ruhestandsalter erreicht hatte, wurde der Standort vor einigen Jahren geschlossen, die verbliebenen Mitarbeiter kamen nach Groß-Umstadt, wo heute 30 Frauen und Männer für das KWF beschäftigt sind. Deren Tätigkeit beschränkt sich allerdings nicht auf die Fortbildung der Mitarbeiter in der Forstwirtschaft. Zweites Standbein ist der Bereich Prüfwesen und Normung. Von der Schutzkleidung über die Motorsäge bis hin zu den tonnenschweren Forstmaschinen – was auch immer in den deutschen Wäldern zum Einsatz kommt, wird vorher beim KWF auf Herz und Nieren geprüft. Als „Stiftung Warentest der Forstwirtschaft“ bezeichnet Ute Seeling deshalb ihr Haus. Zwar ist eine Prüfung durch das KWF ihren Angaben zufolge mit Ausnahme der Baumusterprüfungen für Motorsägen und der Schnittschutzeinlagen in der Sicherheitskleidung für Waldarbeiter nicht vorgeschrieben, doch sei das KWF-Prüfsiegel Voraussetzung für jedes Unternehmen, das mit der öffentlichen Hand ins Geschäft kommen will. Und die ist – rechnet man alles zusammen – immer noch der größte Waldbesitzer hierzulande. Aber auch die Privatkunden der Forsttechnikanbieter orientieren sich bei ihren Kaufentscheidungen an den Testergebnissen der Groß-Umstädter Ingenieure und Forstwissenschaftler. Schutzkleidung und kleinere Geräte nehmen die KWF-Mitarbeiter in den eigenen Labors unter die Lupe, arbeiten hier teilweise mit den Kollegen vom ebenfalls in Groß-Umstadt ansässigen Testzentrum der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) zusammen. Die großen Maschinen dagegen werden im sogenannten Echteinsatz in den Wäldern von Kooperationspartnern in ganz Deutschland getestet. Prüfkriterien sind unter anderem Gebrauchswert, Ergonomie, Arbeitssicherheit und Umweltverträglichkeit.

Umweltverträglichkeit im Fokus

Dabei wird vor allem der letztgenannte Punkt immer wichtiger. Als Beispiel nennt Ute Seeling die zunehmende Bedeutung von Biokettenölen und biologisch schnell abbaubaren Druckflüssigkeiten sowie das Mehr an Achsen und breitere Reifen bei den Forstmaschinen, wodurch deren Gewicht besser verteilt und dadurch die Verdichtung des Waldbodens vermindert wird. Für seine Prüfungen bittet das KWF die Hersteller und Importeure auch zur Kasse. Denen werden dafür Gebühren in Rechnung gestellt. Denn vom Bund und den Ländern – mit Ausnahme der drei Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg – bekommt das KWF mit 1,3 Millionen Euro zwar den Löwenanteil seines Etats, doch was zu den budgetierten 1,7 Millionen Euro noch fehlt, muss selbst erwirtschaftet werden. Das ist auch mit ein Grund dafür, dass man sich in Groß-Umstadt nach weiteren Tätigkeitsfeldern umsieht. So engagiert man sich im Rahmen eines EU-Projekts auf dem wieder wichtiger werdenden Bereich Holz als Energieträger, arbeitet hier an neuen Verfahren zur Ernte und Verarbeitung mit. Außerdem streckt man seine Fühler in andere Länder aus, mit dem Ziel, dass die Zertifizierung durch das KWF auch dort anerkannt wird. Entsprechende Gespräche beispielsweise mit Kanada könnten wohl schon bald erfolgreich abgeschlossen werden, so Ute Seeling, die seit drei Jahren in Groß-Umstadt tätig ist und davor Geschäftsführerin des Deutschen Waldbesitzerverbandes in Berlin war. Da trifft es sich gut, dass das KWF 2,7 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm des Bundes erhalten hat. Damit werden derzeit die Räumlichkeiten des Kuratoriums, eine ehemalige Landwirtschaftsschule, modernisiert und neue Labore für ein erweitertes Prüfangebot errichtet. Die mit den Baumaßnahmen verbundenen Unannehmlichkeiten nehmen KWF-Chefin Ute Seeling und ihre Mitarbeiter deshalb gerne hin.

FIRMENPORTRÄT

Branche: Forstwirtschaft

Dienstleistungen: Prüfung von Maschinen und Ausrüstung für die Forstwirtschaft, Fortbildung von Beschäftigten der Forstwirtschaft

Standort: Groß-Umstadt

Umsatz: 1,7 Millionen Euro

Geschäftsführende Direktorin: Ute Seeling

Gründung: 1962

Mitarbeiter: 30

Kunden: Hersteller und Importeure von Maschinen und Ausrüstung für die Forstwirtschaft, Waldbesitzer, Beschäftigte der Forstwirtschaft

Interner Bereich

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